Mühle

 

Zwei Windmühlen gab es einst in Steckby…

Simm_sche Bockwindmuehle Steckby_LRExp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Müller Simm arbeitete in seiner Bockwindmühle, außerhalb der Ortschaft, auf einer kleinen Anhöhe, dem „Mühlberg“. Die Bockwindmühle war ganz aus Holz gebaut – und brannte oft genug ab. Das gesamte Mühlenhaus war auf einem Bock montiert und ließ sich mit Hilfe des „Steert“ (plattdeutsch für Sterz), dem Steuerbalken, in Windrichtung drehen (s. Wilhelm Busch, Max und Moritz). Wegen ihrer Vorherrschaft im Norden wurde diese Bauart auch „Deutsche Mühle“ genannt.

Müller Simm ging mit der Zeit. Er erbaute 1924 eine moderne, elektrisch betriebene Mühle im Lindenweg 4, die bis Anfang der 1950er Jahre in Betrieb blieb. Er genoss guten Ruf wegen der guten Qualität seines Mehls und wegen seiner peniblen Sauberkeit und Sorgfalt. Straßenschuhe waren in seiner Mühle verpönt – wenn sie überhaupt jemand mal betreten durfte!

Nachdem die Mühle im Lindenweg als solche ausgedient hatte, ging sie mit der Geschichte des Landes und wurde teils als Kohlendepot, teils als Konsumlager genutzt. Sie verfiel zusehends. Nur den Störchen gefiel sie weiterhin als Nistplatz zu großer Freude nicht nur der in der Umgebung spielenden Kinder. Es gab Menschen, die unter dem Verfall litten. Familie Steinke packte zu, baute auf und feierte mit den Dorfbewohnern schließlich im Jahre 2000 die Wiederauferstehung der alten Mühle als „Storchenmühle“ mit Museum und kleinerem Cafébetrieb. Sie waren die ersten „Storchenmüller“. Auch die Nisthilfe auf der Scheune wurde von ihnen im Verlauf der Restaurierungsarbeiten sorgfältig, stabil und originell erneuert.

2008 traten Herma und Ulrich Michelsen die Nachfolge an. Sie sind bis heute die stolzen Inhaber der Storchenmühle, in der sie neben dem Café und Museum eine Kunstgalerie mit wechselnden Ausstellungen sowie einen Buch- und Postkartenladen vom eigenen Verlag – edition storchenmühle – betreiben. Im „Töpferhaus“, dem alten der Mühle zugehörigen Waschhaus, direkt neben dem Café gelegen, zeigen Ingrid Pathe und Jürgen Buro aus Dessau Ihre Keramik.